Im Frühling auf die grüne Insel

Da waren wir am Pfingstsonntag extra früh aufgestanden, um als erste am Fähranleger in Ijmuiden zu sein und unsere Teilnehmer gebührend zu empfangen. Da hatten sich aber einige schon wesentlich früher den Wecker gestellt und saßen bereits gegen 14 Uhr bei „fish and chips“ und herrlichem Wetter draußen vor dem Restaurant am Anleger und begrüßten den Veranstalter. Nach und nach trudelten alle pünktlich ein und kurz nach fünf Uhr waren wir an Bord. Kurz vor sechs trafen wir uns zur Begrüßung in der Sports Bar und nachdem Uli das Organisationsteam vorgestellt hatte, stimmten wir uns auf die vor uns liegende Reise ein.

Erster Tag - Transit durch England

Auf nach Irland

Nach ruhiger Überfahrt und einigen „Duty free“ Einkäufen an Bord starteten wir die Durchquerung Englands nach Stranrear. Die Parole lautete: „Gebt alles, vor allem Gas.“ Immerhin hatten wir ein relativ enges Zeitfenster, da wir die Anschlussfähre nach Belfast pünktlich erreichen mussten. Und tatsächlich haben es alle geschafft, wobei besonders den Vorkriegsfahrzeugen Respekt zu zollen war. So saßen wir bereits gegen 18 Uhr englischer Zeit beim Guiness auf der Veranda in Belfast vor dem Hotel auf der Terrasse und ließen die Seele baumeln.

Zweiter Tag - von Belfast nach Letterkenny

Giant's Causeway

Bei recht kühlem, aber sonnigem Wetter, starteten wir die Etappe entlang der nordirischen Küste mit tollen Ausblicken auf die hellen Sandstrände und beeindruckende Felsformationen, ein erster Vorgeschmack auf die schöne und abwechslungsreiche Landschaft Irlands. In der Old Bushmills Brennerei war die erste DK eingerichtet mit der Möglichkeit ein Irish Stew zu kosten und natürlich eine gute Flasche Whiskey zu kaufen. „Giant´s Causeway“ und die sehenswerten Ruinen von Dunluce Castle waren die nächsten Haltepunkte, die sich zur Besichtigung anboten, bevor sich alle in Letterkenny, dem Etappenziel, auf der Terrasse vor dem Radisson zum Relaxen wieder einfanden.

Dritter Tag - von Letterkenny nach Sligo

Slieve Leagues

Bei weiterhin gutem Wetter führte uns die nächste Etappe durch den Nationalpark Derryveagh Mountains. Von der Mittags DK bei einer kleinen Wirtschaft mit gutem Essen, konnten alle einen Abstecher zu den höchsten Klippen Europas „Slieve Leagues“ machen. Selten bekommt man etwas Imposanteres zu sehen, nicht nur der Höhe wegen. Das fast surreal anmutende Türkisblau des Meeres machte so manchen sprachlos vor Staunen. Gesund und munter erreichten alle nach diesem gelungenen Tag das Radisson Hotel in Sligo, wo die Erlebnisse beim Abendessen ausgetauscht werden konnten.

Vierter Tag - von Sligo nach Galway

Im Connemara National Park

Nach einigen Regengüssen während der Nacht war das Wetter bedeckt, aber es blieb bis auf gelegentliche Schauer überwiegend trocken. Durch den Connemara Nationalpark, eine der malerischsten und ursprünglichsten Teile der Insel, führte die Reise weiter. Die raue Landschaft ließ uns erahnen, wie hart das Leben der irischen Landwirte früher gewesen ist und wohl teilweise auch heute noch ist. Im Landesinneren und auch in Richtung Küste ist es karg und steinig. Schafe und hin und wieder ein Rind knabberten an der spärlichen Grasnarbe und den Heidekrautbüschen. Ansonsten bietet der Boden noch Torf für die Menschen, der als Heizmaterial dient. Und allgegenwärtig war der Wind, der durch Mark und Bein geht. Als letzter lohnenswerter Stopp stand das wunderschön gelegene Kloster Kylemore Abbey auf dem Programm.

Fünfter Tag - von Galway nach Tralee

Clifs of Moher

Durch die bizarre Kalksteinlandschaft des Burren mit seinen prähistorischen Monumenten, wie dem Poulnabrone Dolmen, führte die heutige Etappe und wir fühlten uns in eine längst vergangene Zeit versetzt. Nach einem Stopp bei den legendären „Clifs of Moher“, konnte einmal mehr in einem urigen Pub „fish und chips“ geordert werden, die wir bei Sonnenschein an den Tischen vor der Bar genießen konnten. Weiter ging es zur Fähre über den „River Shannon“. Nach der Überfahrt erreichten wir das gemütliche und romantische Meadow Lands Hotel. Hier erwartete uns eine Abordnung des Oldtimer Clubs aus dem Kerry County. Selbst der Bürgermeister gab sich die Ehre und posierte vor unseren schönen Oldtimern für die Presse und das Reisealbum. Bei sommerlichen Temperaturen und eisgekühlten Drinks, hatten wir uns mit den irischen „Kollegen“ rund um das Thema „Vintage Cars“ schnell angefreundet und fachsimpelten bis zum Dinner, das wir im urgemütlichen Restaurant perfekt serviert bekamen.

Sechster Tag - von Tralee nach Cork

Der Ring von Kerry

Heute stand, von vielen mit Spannung erwartet, der Ring of Kerry auf dem Programm. Als schönste Küstenstraße Europas in den Reiseführern geführt, musste nun jeder selbst entscheiden, ob diese Aussage zutrifft. Fest steht, dass die Strecke außerordentlich schöne Ausblicke auf die Küste dieser Halbinsel bietet. Aber der Ring of Barea, den wir anschließend noch fuhren, steht dem in nichts nach. Hier beeindruckte vor allem der Healy Pass mit einer tollen Streckenführung und schöner Aussicht von der Passhöhe in die umliegende Landschaft. Heute Abend freuten sich alle auf den morgigen Ruhetag im Blarney Golf Hotel, etwas außerhalb von Cork und sehr ruhig gelegen.

Siebter Tag - Ruhetag in Cork

Besuch in Cork

Zeit zum Relaxen, die Wäsche durchsehen, umpacken, schrauben. Jeder konnte den Tag nach eigenen Vorstellungen gestalten. Dieser war, als glücklicherweise einziger während der gesamten Tour, verregnet. Das tat aber einem Besuch der nahe gelegenen Stadt Cork keinen Abbruch. Viele nutzten die Gelegenheit, den auch am Sonntag geöffneten Geschäfte einen Shopping Besuch abzustatten. Gemütlich ließen wir den Tag mit einem Grillabend im Clubhaus ausklingen.

Achter Tag - von Cork nach Gory

Von Cork nach Gorey

Munter und ausgeschlafen wurden morgens die Motoren gestartet. Endlich wieder „auf die Piste“. Die Straßen waren noch nass, aber der Tag sollte trocken bleiben und tatsächlich konnten wir auch sonnige Abschnitte genießen. Je weiter wir nach Westen kamen veränderte sich auch das Landschaftsbild. Durch Felder und Wälder ging es vorbei an kulturellen Höhepunkten wie den „Rock of Cashel“ und „Kilkenny Castle“, die einen Zwischenstopp lohnten. Gegen Abend erreichten wir in Gorey unser Hotel, wo wir auf der schönen Terrasse beim Aperitif den Tag Revue passieren ließen und im Anschluss ein hervorragendes Dinner serviert bekamen.

Neunter Tag - von Gorey nach Dublin

Glendalough in den Wicklow Mountains

In der Nacht hatte es kräftig geregnet, sodass der Vorkriegs Horch beim Anschleppen erst durch einen kräftigen Böller aus dem Auspuff wieder zum Leben erwachte, dann aber wie eh und je verlässlich seine Bahn zog. Allen Befürchtungen zum Trotz sei jetzt schon verraten, dass das Wetter uns mit viel Sonne und warmen Temperaturen bis zum Schluss der Reise treu blieb. Die heutige Etappe war bewusst kürzer gehalten, sodass die verschiedenen Interessen miteinander vereinbar waren. Es blieb für alle genügend Zeit „Glendalough“ im Nationalpark „Wicklow Mountains“ einen Besuch abzustatten und dennoch den Nachmittag in Dublin zur Verfügung zu haben. Im Radisson Hotel waren wir hervorragend untergebracht und wegen seiner zentralen Lage konnten alle, die die Stadt ansehen wollten, per Sightseeing Bus die Sehenswürdigkeiten der Metropole anfahren oder auch zu Fuß das Zentrum erreichen. Ob die farbenfrohen bekannten „Dubliner Haustüren“ oder die zahlreichen Straßenmusikanten, vieles hat dazu beigetragen, dass wir uns hier wohl fühlen konnten.

Zehnter Tag - zurück nach Belfast

ständige Wegbegleiter

Auch die heutige Etappe war kürzer geplant, da genug Zeit bleiben sollte, die Hauptstadt Nordirlands in Ruhe anzuschauen, was auch von vielen genutzt wurde. Das Veranstalterteam traf die letzten Vorbereitungen für die Siegerehrung im Rahmen des Abschlussabends, denn zu jedem gab es nach einer so erlebnisreichen Reise etwas zu berichten. So wurden alle Teams von Senior Uli in seiner humorvollen Art noch einmal vorgestellt und die Plaketten überreicht. Detlef Hesse, der als Mechaniker die Tour auf dem Servicefahrzeug begleitet und so manchem aus der „technischen Patsche“ geholfen hatte, bekam ein Geldgeschenk für seine fachkundige Hilfe überreicht. Auch die Veranstalter Uli, Marc und Theo nahmen gerne die Dankesworte entgegen, die von Ulrich Brinkmann in Versform gebracht, von ihm sehr anschaulich und gelungen vorgetragen wurden.

Elfter Tag - Goodbye!

Besuch vom Bürgermeister in Kerry County

Heute hieß es Abschied nehmen von der grünen Insel und das am frühen Morgen. Die Fähre nach England legte bereits um 7 Uhr ab. Es stand glücklicherweise mehr Zeit für die Durchquerung Englands zur Verfügung und alle erreichten rechtzeitig die Fähre in Newcastle. An Bord gab es dann noch reichlich Gelegenheit, beim gemeinsamen Dinner oder später in der Bar, Erinnerungen auszutauschen. Bei guter Stimmung und nach einer ruhigen Überfahrt waren wir wieder auf dem Kontinent und dann bald wieder in heimatlichen Gefilden.


Text: Theo Sprenger
Fotos: Martina Wagner

Irland-Tour 2010

23. Mai- 4. Juni 2010

Daten zur Tour:

  • 32 Teams
  • 9 Etappen
  • 1 Ruhetag
  • 4 Fährpassagen England und Irland

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