TOURBERICHT FRANKREICH RALLYE 2012

Volles Haus zur Frankreich Schleife und großes „Hallo“ und „Bon jour“ beim Wiedersehen alter Bekannter und neuer Freunde. 31 Oldtimer kamen am 20. Mai in´s Elsass nach Ottrott, nahe Straßburg gelegen. Bei bestem Wetter begrüßten Theo und Angelika Sprenger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Terrasse des Starthotels mit einem Glas Cremant D´Alsace, auf Wunsch auch mit Cassis kredenzt. Bereits im Vorfeld hatten alle einen eigens erstellten kleinen Reiseführer per Post erhalten, mit einer Fülle von Informationen zum Verlauf der Strecke und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Theo versorgte das Fahrerfeld mit den Tagesinformationen für die erste Etappe und Rainer Müller, der bereits in Spanien die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe doziert hatte, begann seine Vortragsreihe, dieses Mal zu Frankreich und seiner Geschichte. Im Verlaufe der Reise eroberte er sich mit seinen anschaulichen „Geschichtsstunden" eine große und treue Fangemeinde und wurde kurz und bündig der „Professor“ genannt.

1. ETAPPE / Ottrott - Plombières les Bains ca. 240km

Das Kurvenparadies der Vogesen versprach einen Tag mit vielen fahrerischen Höhepunkten, sehr zu unserer Freude mit gutem Wetter und Sonnenschein garniert. Ungezählte Cols lagen am Tagesende hinter uns, eine Berg- und Talfahrt auf kleinen, überwiegend verkehrsarmen Straßen. Selbst der Elsass Kenner Jürgen Etspüler bemerkte anerkennend: „Ich bin ja als Schwarzwälder häufig im Elsass gewesen, aber so eine Anzahl an Pässen an einem Tag, habe ich noch nicht erlebt“. Das Mittagessen im Gasthaus Arbre Vèrt, wo die DK eingerichtet war, konnte auf der Terrasse bei bester Stimmung eingenommen werden. Vorher lohnten Stopps am Odilienberg zur Besichtigung des Klosters oder in Munster, der Heimat der bekannten Käsespezialität. Wir fuhren weiter nach Süden und erreichten, bereits in Lothringen die Mosel, die hier auf dem Col de Bussang entspringt. In Plombières l. B. angekommen, wurden die Autos geparkt und vor dem Abendessen fand die Tagesbesprechung vor der beeindruckenden Kulisse der historischen Therme statt. Am Abend gab es beim Essen in gemütlicher Runde nach den Erlebnissen viel zu erzählen.

2. ETAPPE / Plombières - Vézelay ca.270km

Leider hatte uns Petrus heute keinen Sonnenschein gegönnt, sodass auch die Cabrio Fahrer den „Deckel“ überwiegend zulassen mussten. Es war, besonders in der ersten Tageshälfte, regnerisch und auch kühl geworden. Dennoch genossen wir die abwechslungsreiche Fahrt in Richtung nördliches Burgund und ließen uns beim Besuch in Langres mit seiner imposanten Stadtmauer, ebenso wenig abschrecken, wie bei den zahlreichen noch folgenden Höhepunkten. Nach der DK in Auberive, stand noch Chatillon sur Seine und vor allem die Abbaye de Fontenay, als UNESCO Weltkulturerbe sehr beeindruckend, auf dem Programm. In Vezelay stimmten Theo und Rainer die Teilnehmer auf den kommenden Tag ein. Vormittags Kultur, nachmittags Rundtour durch das nördliche Burgund, so stand es im Programm. In geselliger Runde ließen wir beim Abendessen den Tag ausklingen.

3. ETAPPE / Ausfahrt ins nördliche Burgund ca. 145km

Der Vormittag begann verhangen mit Nieselregen, sodass die mitgebrachten Taschenschirme zum Einsatz kamen. Eine Runde durch den kleinen schönen Ort, der in der Liste der 150 schönsten Ortschaften in Frankreich geführt wird, lohnte allemal, vor allem auch wegen der sehenswerten Kirche St. Marie Madeleine, eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert, die- neben Santiago de Compostella- im Mittelalter zu den wichtigsten Wallfahrsorten in Europa zählte. Mittags ging es dann auf die angekündigte Rundtour. Es war noch etwas neblig aber überwiegend trocken. Durch das Tal der Yonne fuhren wir in Richtung Chablis, den für seine Weißweine berühmten Ort. Unterwegs sahen wir überschwemmte Wiesen und Flüsse, die über die Ufer getreten waren. Wir hatten also noch Glück, dass wir nicht einen oder zwei Tage früher unterwegs waren, dann hätte wahrscheinlich nur noch Paddeln geholfen. Von Chablis ging es weiter nach Tonnère mit vielen Sehenswürdigkeiten. Viele trafen sich dann auf dem Rückweg in dem schönen Örtchen Noyers sur Serein wieder, wo wir bei inzwischen trockenem Wetter uns umsehen konnten und noch einen Kaffee nahmen. Zum Abendessen ging es dann zurück in´s Hotel.

4. ETAPPE / Vézelay nach Tours ca. 260km

Start bei leicht nebeligem Wetter, aber von oben trocken. Gut eingepackt gaben einige der Cabriolet Piloten bereits von Anfang an Gas. Und der Optimismus wurde belohnt. In Richtung Loire kämpfte sich nach und nach die Sonne durch und sie sollte uns die ganze Reise treu bleiben. Von hier fuhren wir mit Sommerwetter weiter. Wir passierten kleine, schöne Ortschaften wie Clamecy und Saint- Amand en Puisay, bevor wir in Chambord, dem „Mercedes“ unter den Loire Schlössern, einen Besuch abstatteten. Gewaltig. In Tours angekommen war Relaxen auf der Terrasse des schönen Hotels oder Schwimmbad angesagt und am Abend wieder gemeinsames Abendessen in geselliger Runde.

RUHETAG / Tours und weiterer Schlösser der Umgebung

Viele nutzten die Gelegenheit, um die lebhafte Stadt Tours mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Ruhig gelegene Parks und die schöne Altstadt rund um die Place Plumerau luden zum Spazieren ein. Weitere schöne Schlösser wurden in Eigenregie angefahren, zu denen im „Kleinen Reiseführer" einiges an Informationen zusammen getragen war.

5. ETAPPE / Tours - Beaune ca. 390km

Die Marathon Etappe. Aber wir waren ja ausgeschlafen und es lockte mit Beaune der nächste Höhepunkt unserer Reise. Zu Beginn der Etappe ging es über gut ausgebaute Straßen ordentlich vorwärts, sodass wir die späteren Teilstrecken auf kleineren, kurvigen Abschnitten schon vorher aufholen konnten. In Valenccay lohnte ein Stopp im Automobilmuseum mit schönen Exponaten und einer Sonderausstellung von Matthis Automobilen. Wir kreuzten einmal mehr die Route, die Jeanne D´Arc in Ihrem Feldzug gegen die Engländer von Orleans aus hierher genommen hatte. Mit Autun erreichten wir das Tor zum Morvan Gebirge, wo es fahrtechnisch wieder anspruchsvoller wurde und erreichten vorbei an bekannten Weinbaugebieten die „Weinhauptstadt“ Beaune. Am Abend war erneut die Tagesbesprechung von besonderer Bedeutung, stand doch wieder ein Vormittag mit kulturellen Höhepunkten und am Nachmittag eine Ausfahrt im südlichen Burgund auf dem Programm. Im Hotel Le Cep waren wir zwei Nächte hervorragend untergebracht und das Abendessen im Michelin Hauben gekrönten Restaurant, war auch ein kulinarischer Höhepunkt der Reise.

6. ETAPPE / Rundfahrt im südlichen Burgund ca. 120km

In Beaune stand natürlich das Hotel- Dieu ganz oben auf der Liste. Wir hatten eine Führung arrangiert und wurden umfassend in die Geschichte dieses so berühmten ehemaligen Hospizes eingeführt. Beeindruckend waren besonders die Fassade und das farbenprächtige Ziegeldach im burgundisch flämischen Stil und die Gemälde des berühmten Flügelaltares „Das Jüngste Gericht“ des Roger van der Weyden. Es blieb noch genügend Zeit zum Spaziergang durch das Städtchen, bevor es am Nachmittag auf die Rundfahrt ging. Über die Magistrale des Grands Crus, ging es vorbei an den berühmten Winzerorten Nuits Saint- Georges, Vougeot und Gevrey- Chambertin, die jeder nach Gutdünken anfahren konnte, nach Norden. Über einen kleinen Pass kamen wir in das schöne Tale der Ouche, der wir wieder südwärts zurück nach Beaune folgten.

7. ETAPPE / Beaune - Plombières ca. 285km

Mit vielen schönen Erinnerungen im Reisegepäck starteten wir zu unserer nächsten Etappe wieder zurück nach Plombières. Nach den ersten 60 Flachkilometern, sichteten wir die ersten Ausläufer des Jura und hatten wieder eine Menge Fahrfreude auf kurvenreichen Strecken durch die Berge. Über die „Pont du Diable“, eine sehr schmale Brücke um die sich eine Teufelslegende rankt, erreichten wir Ornans, das sich malerisch an den Ufern des Flüsschens Loue erstreckt. Hier war die DK eingerichtet und wir bekamen es mit einer etwas unwirschen Dame des kleinen nahe gelegenen Restaurants zu tun, die Haare auf den Zähnen hatte. Aber glücklicherweise ließ sich niemand auf ihre Unfreundlichkeit ein, sodass der Vorfall bald vergessen war. In Beaumes les Dames erreichten wir den Doubs und folgten der Uferstraße mit schönen Ausblicken auf den Fluß. So ging es in die Franche Comté zurück und wir erreichten erneut Plombières zur letzten Übernachtung vor der Schlussetappe.

8. ETAPPE / Plombières - Ottrott ca. 220km

Von Lothringen ging es zurück ins Elsass und wir erreichten die Gipfelstraße Route de Crêtes am Col Amic auf 828 Höhenmetern. Wir folgten der Straße 70 Km über den Grand Ballon (1424 m), den Col de Markstein (1266 m), den Col de la Schlucht (1139 m), den Col de Calvaire (1134 m), den Col de Bonhomme (949 m) und dann abwärts über den Col de Bagenelles nach St. Marie aux Mines. Die phantastischen Blicke in die Täler mit ihren Seen und die freie Aussicht in die Natur werden allen in bester Erinnerung bleiben. Über die elsässische Weinstraße erreichten wir nach toller Abschlussfahrt das Ziel in Ottrott. Zu unserer großen Überraschung tauchten beim Drink auf der Terrasse Andrea und Volker Herms, zwei liebe Bekannte auf, da war die Wiedersehensfreude groß. Wahrscheinlich wollte Volker auch kontrollieren, ob unser Peugeot 404, den wir im vorigen Jahr von ihm erworben hatten, gut gelaufen war. Alles im grünen Bereich, lautete die Rückmeldung. Beim gelungenen Abendessen wurden die wohlverdienten Medaillen überreicht und Theo mit Angelika sagte herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das stets gute Miteinander.


Text: Theo Sprenger
Fotos: Werner Hettchen und Theo Sprenger


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