VOM KAISERSTUHL IN DIE PROVENCE

Das bewährte Motto „der Weg ist das Ziel“ hatten wir für unsere Reise in den Süden Frankreichs zum Programm erhoben. Zum Start trafen wir uns also in Munzingen am Kaiserstuhl, nur wenige Kilometer vor der Grenze nach Frankreich. Die Sonne lachte am Himmel, also beste Voraussetzungen zum Auftakt der Reise. Die Freude war groß und die Stimmung bestens. Viel gab es beim Wiedersehen zu erzählen. Und so viel sei vorher schon verraten: Die Sonne blieb während der Reise unser treuer Begleiter und bescherte hochsommerliche Temperaturen und viele schöne Abende auf der Terrasse beim Dinner in gemütlicher Runde.

VON MUNZINGEN NACH VONNAS

Vom Start weg lag am ersten Fahrtag eine attraktive Etappe vor uns. Nach 20 Km überquerten wir den Rhein und damit die Grenze nach Frankreich. Hinter Mulhouse erreichten wir den Sundgau, ein vielen unbekannter Landstrich mit herrlich verschlafenen Dörfern in einer beschaulichen ländlichen Idylle. Auch die Weiterfahrt durch den Jura hatte viel Flair und wir steuerten unser erstes Etappenziel Vonnas an, kurz vor Bourg en Bresse gelegen. Das Hotel Georges Blanc beherbergte uns auf hohem Niveau und wir ließen den Abend in dem schönen Restaurant „L´Ancienne Auberge“ ausklingen.

VON VONNAS ANS ZIEL

Am nächsten Morgen nahmen wir nach einem opulenten Frühstück Kurs auf die Provence. Schon bald nach dem Start war der wunderschöne mittelalterliche Ort Perouges zu besichtigen. Nach der großzügigen Umfahrung von Lyon, erreichten wir nach 100 Km die ersten Ausläufer der Provence. Auf der D 538 fuhren wir beständig nach Süden auf identischer Strecke, wie sie wenige Wochen vorher die Fahrer der „Tour de France“ von Lyon zum Mont Ventoux gefahren waren. Wir hatten es natürlich bequemer, aber den Schnitt der Radfahrer konnten wir nicht wesentlich unterbieten. Durch die schöne Schlucht „Trente Pas“ kamen wir dann im Herzen der Provence an und richteten uns in unserem Hotel in Pont Royal für die nächsten fünf Tage ein. Hier begrüßten wir Sigrid und Klaus Puhst, die von Italien kommend, erst hier zu uns stießen.

NACHHOLBEDARF IM HOTEL

Für so manchen war die Nachtruhe am ersten Morgen bereits vor der Dämmerung vorbei. Ein eifriger Gärtner des Golf Clubs machte bereits um fünf Uhr mit seinem Rasenmäher einen derartigen Radau, dass von Schlaf keine Rede mehr sein konnte. Angelika und Theo mussten „dicke Bretter bohren“, bis es auch in den letzten provencalischen Schädel ging, dass der Gärtner den nächsten Tag nicht überleben würde, wenn… Und tatsächlich hat der Gute sich daran gehalten. Leider gab es zu Beginn an den Menus zum Abendessen auch einiges auszusetzen. Zwar war der Platz auf der Terrasse sehr idyllisch und gab den Abenden durchaus den rechten Rahmen, aber als eine Flugente nach „gefühlten 1000 Flugstunden“ (Originalton Günter Wertenbruch) auf dem Teller gelandet war und den Kauwerkzeugen alles abverlangt hatte, stand wieder das Bohren dicker Bretter an. Nach heftiger Intervention seitens des Veranstalters, kam dann aber Bewegung in die Sache und mit einem zusätzlichen Käsegang vor dem Dessert an den folgenden Tagen, war im weiteren Verlauf nichts mehr zu beanstanden und wir konnten die geselligen Runden am Abend ungetrübt genießen.

RUNDTOUR NATURPARK LUBERON

So stand der ersten Rundfahrt nichts mehr im Wege und wir konnten das tun, warum wir eigentlich hier waren: Schöne Touren durch die abwechslungsreichen Landschaften der Provence. Der Naturpark „Luberon“ stand als erstes auf dem Programm. Die Gebirgskette nördlich des Durance Tales hat seinen urwüchsigen und typisch provencalischen Charme bis heute bewahrt. Steilwandige Täler und Dörfer, die sich malerisch an die Felsen klammern, Lavendelfelder und Weinberge beherrschen in diesem abgelegenen Landstrich das Bild. Und es gab entlang der Strecke viel zu entdecken: Die sehenswerten Orte Gordes, Roussillon mit seinen Kreidefelsen und die traumhaft gelegene Abtei de Senanque, nur um einige zu nennen.

RUNDTOUR CAMARGUE

Heute ging es in die Camargue mit einer sehr schönen Strecke durch die Alpilles zunächst nach St. Rémy de Provence mit außerordentlich schönem Ortskern und der Abtei St. Paul, wo Vincent van Gogh ein Jahr verbrachte. Ebenfalls sehenswert war die ehemalige Römersiedlung Glanum. Auf der Weiterfahrt passierten wir die mächtige Burganlage „Les Baux“ mit dem gleichnamigen sehenswerten mittelalterlichen Ort. Nach der Umfahrung von Arles war die Camargue erreicht, bekannt für ihre weißen Pferde und die Camargue-Stiere, sowie die Artenvielfalt ihrer Wasservögel. In dem bekannten Wallfahrtsort Les-Saintes-Maries-de-la-Mer am Mittelmeer lohnte ein Stopp zur Mittagsrast. Auf dem Rückweg waren das Römische Aquädukt bei den ehemaligen „Mühlen von Barbegal“ und die „Mühle von Daudet“ zu besichtigen und wer noch Zeit hatte, nahm noch einen „Café au lait“ in dem schönen Örtchen „Maussanne“, dem Zentrum des erstklassigen Olivenöles der Gegend.

RUNDTOUR DENTELLES DE MONTMIRAIL

Die letzte Rundfahrt führte uns durch diese abseits gelegene und nur wenigen bekannte Gebirgskette mit einer Menge fahrerischer und landschaftlicher Leckerbissen. Die Aussichten auf die spitz gezackten Felsformationen waren beeindruckend und es gab viele romantisch gelegene Restaurants an der Strecke, die zur gemütlichen Mittagsrast einluden. Danach lohnte ein Stopp in „Vaison la Romaine“ mit seinen berühmten Ausgrabungsstätten. Zurück fuhren wir über die bekannten Weinorte Vacqueyras, Gigondas, Sablet und Seguret zurück nach Pont Royal. Während des Abendessens verabschiedeten wir Rita und Winfried Wolf mit der wohlverdienten Plakette mit Goldkranz, war doch der Porsche tadellos gelaufen. Die beiden fuhren am nächsten Morgen zum Verwandtenbesuch nach Italien.

FREIER TAG

Zurück gen Norden. Ein letztes Mal vorbei am Mont Ventoux fuhren wir durch das wunderschöne Tal der Toullourenc mit seinen zahlreichen Lavendelfeldern. Weiter führte uns die schöne Strecke durch das „Haute Vaucluse“ mit der malerischen Schlucht der Méouge in das Departement „Provence Alpes“. Auf der N 75 ging es auf sehr schöner Strecke mit herrlichen Ausblicken auf die Alpengipfel nach Annecy. Am Nachmittag erwischte uns dann ein heftiges Gewitter mit Regen, der aber der einzige auf der Tour bleiben sollte. Felix machte mit Regenschirm den „Butler“ um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst trockenen Fußes vom Auto zum Hotel zu bringen. Am Abend saßen wir in dem sehr schönen Panorama Restaurant hoch über dem See von Annecy und genossen den Abend mit freien Getränken, vom Veranstalter gesponsert.

VON ANNECY NACH MUNZINGEN

Am nächsten Morgen lachte wieder die Sonne, aber es hatte merklich abgekühlt. Für die unerschrockenen Cabriofahrer unter uns natürlich kein Problem. Die Schlussetappe ging durch den Hochjura. Wir erreichten den See „Lac de Joux“ in über 1000 Metern über NN in der Schweiz gelegen und folgten danach dem Oberlauf des Doubs mit Ausblicken auf seine imposanten Felsformationen. Bei Fessenheim überquerten wir den Rhein und alle erreichten gesund und munter unser Ziel in Munzingen.

RUNDFAHRT DURCH DEN KAISERSTUHL

Vor dem Abschlussabend hatten wir heute noch einen freien Tag zur eigenen Gestaltung eingeschoben. Eine ausgearbeitete Rundfahrt durch den Kaiserstuhl stand zur Auswahl oder der Besuch von Freiburg, Colmar oder im Schlumpf Museum in Mulhouse. Wir hatten die Ehre Karin Windel und Georg Pollnow in unserem 404 durch den Kaiserstuhl spazieren zu fahren. Das war ein vergnüglicher Tag mit einem Mittagsstopp zu „Leberle mit Brägele“. Am Abend eröffnete Theo die Siegerehrung und Uli -in altbewährter Manier - zog so manch einen ordentlich durch den Kakao und sorgte so für jede Menge Erheiterung. Am Schluss wurden die wohlverdienten Medaillen überreicht.

ABREISE

Nach dem gemeinsamen Frühstück hieß es heute Abschied nehmen. Es war eine schöne Zeit mit vielfältigen Eindrücken, die uns in bester Erinnerung bleiben werden.

Text: Theo Sprenger; Fotos: Günter Wertenbruch, Dr. Werner Hettchen, Theo Sprenger




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