2000km
Jubiläums-Deutschlandfahrt

DIE GROßE RUNDE DURCH DIE REPUBLIK

  • bereit zur großen Fahrt

    Foto von Theo Sprenger

Endlich war es soweit. Nach emsigen Vorbereitungen war Bad Saulgau auf der schwäbischen Alb der Ort, von wo die große Reise gestartet werden sollte. Neben den Vorabtouren, mit mehreren tausend km zur Aufzeichnung der Strecke im Tourenbuch, waren der Start, die Ankunft in München mit dem Festabend, die Orte und Lokalitäten für die Durchfahrtskontrollen und viele kleine Dinge vom Veranstalter Team um Ulrich Indefrey und Theo Sprenger vorbereitet worden. So werten wir es auch als einen schönen Erfolg, Herrn Ministerpräsidenten Horst Seehofer zur Übernahme der Schirmherrschaft für die Veranstaltung gewinnen zu können, vor allem angesichts des Standortes von BMW in Bayern. 20 Fahrzeuge, darunter einige aus den 30er Jahren, fanden sich mit ihren stolzen Besitzerinnen und Besitzern zur großen Deutschlandschleife ein, um mit ihren historischen Fahrzeugen, den 40. Geburtstag des BMW Veteranen Club gebührend zu würdigen.

ANREISE / Samstag 9.7.

Wir trafen uns im „Romantik Hotel Kleber Post“ in Bad Saulgau. Nach einem Begrüßungsaperitif hieß Theo Sprenger alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie die Bürgermeisterin Frau Schröter und den Präsidenten des BMW Veteranen Club Deutschland Harald Klemann mit Ehefrau Birgit, herzlich willkommen. Frau Schröter richtete Ihre Grußworte an alle Anwesenden und versäumte es nicht, auch einen kleinen verbalen Ausflug in die Geschichte ihrer Stadt einzuflechten. Für Harald Klemann war es „Ehrensache“, zum Start der Geburtstagveranstaltung des Veteranen Club anzureisen und seine „Schäfchen“ höchstpersönlich auf die Strecke schickte. Nach seiner Ansprache, in der er uns seine besten Wünsche mit auf die Reise gab, wurden die umfangreichen Tour- Unterlagen an die Teams ausgegeben und anschließend ließen wir es uns zum ersten gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Runde gut gehen.

1. ETAPPE / Bad Saulgau - Ettlingen / Sonntag 10.7.

  • der Start in Bad Saulgau

    Foto von Elisabeth Frank
  • herrliche Aussichten

    Foto von Theo Sprenger

Zum öffentlichen Start in Bad Saulgau hatte das örtliche BMW Autohaus Revo ein imposantes Starttor beigesteuert, vor dem das Teilnehmerfeld früh am Morgen Aufstellung nahm. Harald Klemann schickte dann, nach kurzer Vorstellung der Besatzung und Infos zu den einzelnen Fahrzeugen, das Teilnehmerfeld nach und nach auf die Strecke. Das Wetter war phantastisch, die Sonne lachte und die Luft war herrlich frisch. Erster landschaftlicher Höhepunkt war unsere Fahrt durch das imposante obere Donautal. Das Wasserschloss in Glatt bildete eine tolle Kulisse für unseren Mittagsstopp. Frische Torten im XXXL Format oder gut bestückte Eisbecher waren der Renner. Dann ging es vom Neckar hinauf in den Nordschwarzwald, wo wir hinter Baiersbronn auf die erste (von vielen Umleitungen in ganz Deutschland) stießen, die uns über 30 km mehr einbrachte und hinauf über die Schwarzwaldhochstraße führte. Das kostete Geduld und auch Schweiß, war doch die Hitze im Tagesverlauf sehr drückend geworden. Ende gut alles gut. Wir erreichten das erste Etappenziel im Hotel Erbprinz in Ettlingen bei Karlsruhe, wo wir den Tag beim Dinner ausklingen ließen.

2. ETAPPE / Ettlingen - Bad Soden / Montag 11.7.

  • über den Neckar

    Foto von Theo Sprenger
  • Idylle im Odenwald

    Foto von Ulrich Hartmann

Heute stand erneut eine Vielzahl von landschaftlichen Leckerbissen auf der Tourenkarte. Nach der Fahrt durch den Kraichgau mit seinen schönen Obstgärten, erreichten wir den Neckar, über den uns eine historische Hochseilgierfähre mit Hilfsmotor brachte. Dann ging es weiter auf herrlicher Strecke durch den GEO Naturpark Bergstraße-Odenwald. In Güttersbach hatte der Küchenchef Herr Katzmeier den Grill angeworfen und wir ließen es uns bei weiterhin bestem Wetter auf der Terrasse schmecken. Als Überraschungsgäste begrüßten uns Andrea und Volker Herms, die aus dem benachbarten Erlenbach zu Besuch gekommen waren. Auf der Weiterfahrt passierten wir viele Erinnerungsstätten an die Nibelungensage, die hier verortet ist. Das letzte Stück Wegstrecke verlief westlich vom Ballungsraum Frankfurt, gespickt mit Radargeräten, die den einen oder anderen auch mit einem „Schnappschuss“ erwischten. Am Tagesziel in Bad Soden/Taunus warteten bereits die nächsten Überraschungsbesucher. Christel und Rüdiger Jopp waren zum Kaffeetrinken vorbeigekommen und am Abend stieß noch unser guter Motorradfreund Kurt Muthig zu uns und wir verbrachten einen fröhlichen Abend bei sommerlichen Temperaturen auf der Hotelterrasse.

3. ETAPPE / Bad Soden - Willingen / Dienstag 12.7.

  • im Rückspiegel

    Foto von Joachim Sticksel
  • schicker Arbeitsplatz

    Foto von Ulrich Hartmann

Am nächsten Morgen folgte die Fortsetzung, zunächst durch den Naturpark Hochtaunus in Richtung Wittgensteiner Land und Rothaargebirge, eine Berg- und Talfahrt mit Kurven vom Feinsten. Wir kreuzten die Sieg und steuerten das Sauerland an. Auch heute hielt das Wetter, sodass wir den Plan, zum Dinner zu grillen und im Freien zu sitzen, umsetzen konnten. Also eine weitere gemütliche Runde.

4. ETAPPE / Willingen - Bremen / Mittwoch 13.7.

  • Kurs auf Bremen

    Foto von Joachim Sticksel
  • Feierabend

    Foto von Elisabeth Frank

Petrus vergoss am Vormittag dicke Tränen und in Richtung Teutoburger Wald blieben die Cabriolets notgedrungen geschlossen und die Scheibenwischer hatten gut zu tun. Bei der Mittagsrast war der Spuk aber glücklicherweise vorbei und wir konnten bei der Durchfahrtskontrolle den Mittagsimbiss bereits wieder draußen genießen. Weiter ging es durch das Wiehengebirge und bald erreichten wir flaches Land. Nach der Fahrt durch die Wildeshauser Geeste nahmen wir Kurs auf Bremen und alle freuten sich auf einen freien Tag in der Hansestadt. Das friesische Abendessen kam bestens an, natürlich mit einem Korn zum Nachspülen.

FREIER TAG IN BREMEN / Donnerstag 14.7.

  • die Hansestadt

    Foto von Elisabeth Frank
  • die Böttchergasse

    Foto von Joachim Sticksel

Die Lage unseres Hotels mit direktem Zugang zur Böttchergasse und der historischen Altstadt, konnte besser nicht sein. Und so genossen wir die erste Verschnaufpause mit einem Bummel durch die pittoresken Gassen rund um das Casino in das Schnoorviertel, vorbei am Roland und den Bremer Stadtmusikanten. Jeder nach seinem Geschmack. Es blieb auch Zeit, das Reisgepäck neu zu sortieren.

5. ETAPPE / Bremen - Lübeck / Freitag 15.7.

  • gehobene Baukunst

    Foto von Joachim Sticksel
  • das Holstentor in Lübeck

    Foto von Ulrich Hartmann

Am nächsten Morgen hieß es wieder Platz nehmen hinter dem Lenkrad oder nebenan, das Tourenbuch und die Karte parat. Oder wie Ulrich Böhmer, im Sattel seines Gespanns. Durch das Teufelsmoor mit seiner bekannten Künstlerkolonie Worpswede nahmen wir Kurs auf die Elbe, die wir mit der Fähre Wischhafen-Glückstadt überquerten. Entlang der Oste ging es weiter nach Itzehohe, wo wir uns nach Osten wendeten und hinter Bad Segeberg in die Holsteinische Schweiz einfuhren. Die Ostsee erreichten wir in Sierksdorf und entlang der Küste das Tagesziel in Lübeck. Wir hatten den Wendepunkt unserer Reise erreicht. Am Abend begrüßten wir mit Melitta und Herbert Horn weitere Club-Freunde, die uns von heute an auf der Weiterreise nach München begleiteten.

6. ETAPPE / Lückeck - Fleesensee / Samstag 16.7.

  • DK in Schoss Basthorst

    Foto von Elisabeth Frank
  • Klappe offen

    Foto von Ulrich Hartmann

Abschied von der Ostsee. Aber alle freuten sich auf die Fahrt durch die einzigartige, wunderschöne Landschaft der Mecklenburger Seenplatte. Wir passierten den Schweriner See und trafen uns zur Durchfahrtskontrolle auf Schloss Basthorst, wo wir uns im stilvollen Ambiente des schönen Gartens den Mittagsimbiss munden ließen. Am Nachmittag kamen wir dann an den Fleesensee in das gleichnamige Hotel, direkt am Wasser gelegen.

7. ETAPPE / Fleesensee - Potsdam / Montag 17.7.

  • vor Schloss Ribbeck

    Foto von Elisabeth Frank
  • idyllisches Plätzen am Schwielowsee

    Foto von Elisabeth Frank

Heute hatten wir es tagsüber mit einer unsicheren Witterung zu tun. Offen oder zu? Diese Frage stellte sich den Cabrio- Fahrern im Laufe des Tages mehrfach. Ulrich Böhmer hatte keine Alternative. Regensachen an, Augen zu und durch. Aber auch heute hielt die Strecke eine wunderbare Landschaft mit vielen Alleen bereit und wir erreichten das Havelland und die Durchfahrtskontrolle auf Schloss Ribbeck. Im Tourenbuch hatte Uli das bekannte Gedicht von Theodor Fontane aufgeführt, das wohl alle noch von der Schule kennen, mit der Aussicht auf einen Sonderpreis für denjenigen, der es am Ende der Reise vortragen können. Doch davon später mehr. Bei Potsdam machten wir dann Station im Hotel Schwielowsee. Hier bleiben wir wieder zwei Nächte. Das Iberotel lag wunderbar, direkt am See. Das Wetter hatte sich erfreulicherweise gebessert, sodass wir das Abendessen im Restaurant „Fährhaus“ wieder im Freien genießen konnten. Heute vervollständigte sich das Teilnehmerfeld mit vier Motorrädern, drei davon Vorkriegsmaschinen, die das Klangbild der stolzen „Veteranen“ mit ihrem beachtlichem Sound bereicherten.

FREIER TAG IN SCHWIELOWSEE / Dienstag 18.7.

  • Schloss Sanssouci

    Foto von Joachim Sticksel

Das Wetter blieb stabil und so konnte jeder den Tag nach eigenem Gutdünken verbringen. So mancher machte einen Besuch im sehenswerten Schloss Sanssouci, andere mieteten ein Boot, um gemütlich über den Schwielowsee zu schippern. Am Abend trafen sich alle wieder zum gemeinsamen Abendessen. Es gab Gegrilltes auf der Terrasse der Havanna Bar, wo in gemütlicher Runde, die Erlebnisse des Tages ausgetauscht wurden.

8. ETAPPE / Potsdam - Dresden / Dienstag 19.7.

  • DK an der Straupitzermühle

    Foto von Ulrich Hartmann
  • Dresden bei Nacht

    Foto von Joachim Sticksel

Gut ausgeruht ging es wieder auf die Strecke, zunächst durch das ehemalige Kurfürstentum Mark Brandenburg. Bald sichteten wir den Spreewald und nach der Durchfahrtskontrolle in der Straupitzermühle erreichten wir das Sorbenland. Ein Stopp lohnte in dem typischen Spreewaldstädtchen Burg. Am Nachmittag kamen wir in Dresden wieder an die Elbe. Es war noch genügend Zeit für einen Bummel durch die sehenswerte Innenstadt, bevor wir zum Dinner auf der Hotelterrasse den Abend genießen konnten.

9. ETAPPE / Dresden - Bayreuth / Mittwoch 20.7.

  • schöner Anblick

    Foto von Joachim Sticksel
  • "reich mir mal den Schraubenschlüssel"

    Foto von Theo Sprenger

Heute lag mit 340 km die längste Etappe der Reise vor uns. Der erste Stopp lohnte in Glashütte, wo das Uhrenmuseum, Exponate rund um die legendären Zeitmesser gesammelt hat. Dann begann ein längerer Streckenabschnitt, der immer dicht an der tschechischen Grenze durch die abwechslungsreiche Landschaft des Erzgebirges führte. Das Nussknackermuseum lag am Weg und zur Durchfahrtskontrolle gab es einen pikanten Imbiss im Forellenhof Schmalzgrube, wo wir gemütlich zusammensitzen konnten. Weiter führte die Reise ins Vogtland, das Grenzland der drei Freistaaten Sachsen, Thüringen und Bayern, sowie die westlichste tschechische Region Okres Cheb (Bezirk Eger). Bei Hof erreichten wir Franken und genossen den Rest der Strecke durch das Fichtelgebirge nach Bayreuth, wo uns am Abend im Hotelgarten eine deftige fränkische Vesperplatte aufgetischt wurde. Dazu ein feines Bier, alles gut also.

10. ETAPPE / Bayreuth - München/ Donnerstag 21.7.

  • Sammeln vor dem Zieleinlauf

    Foto von Elisabeth Frank
  • zu Besuch im BMW Museum

    Foto von Elisabeth Frank

Heute stand das Finale auf dem Programm. Harald Klemann hatte sich gemeldet, dass er auf dem Weg ist und pünktlich den Zieleinlauf moderieren wird. Aber wir hatten ja erst noch eine letzte Fahrt mit schönen landschaftlichen Höhepunkten vor uns. Da war zuerst der Abschnitt durch die „Fränkische Schweiz“. Es folgte die Hersbrucker Alb, das Altmühltal und nicht zu vergessen, die beeindruckende Hallertau, ohne die der Hopfen in Bayern knapp würde. Kurz vor München versammelte sich das Teilnehmerfeld, um dann gemeinsam zur Zieleinfahrt Aufstellung zu nehmen. Aber Petrus sollte den Vorbereitungen bei BMW Classic zum Empfang in der Landeshauptstadt einen bösen Streich spielen. Ein Wolkenbruch mit Donner, Sturmböen und Hagel brach über uns herein. Dem Zieltor ging buchstäblich die Luft aus und lag kläglich am Boden. Aber so schnell wie er begonnen hatte, war der Spuk vorbei. Die Motorradfahrer waren zwar nass wie die Katzen, das tat aber der guten Laune und der Freude, das Ziel erreicht zu haben, keinen Abbruch. Das Empfangskomitee von BMW rund um Frau Huss und Frau Rößle hatten für Sekt und Häppchen gesorgt und auch eine Besichtigung der alten Schätzchen im Museum der weiß/blauen Marke arrangiert. Am frühen Abend erreichten wir mit dem traditionsreichen Platzl Hotel im Herzen Münchens gelegen unsere letzte Bleibe für zwei Nächte.

FREIER TAG IN MÜNCHEN / Freitag 22.7.

  • Frauenkirche und Rathaus in München

    Foto von Joachim Sticksel
  • die Theatinerkirche

    Foto von Vincent Sprenger

Das Wetter meinte es gut und so hatte jeder Gelegenheit, sich vor dem mit Spannung erwarteten Abschlussabend in München umzuschauen, die Abendgarderobe knitterfrei vorzubereiten, oder einfach auszuspannen. Getrübt wurde der Abend durch das Attentat in der Landeshauptstadt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren gewaltig.

DER ABSCHLUSSABEND / Freitag 22.7.

  • bei der Siegerehrung

    Foto von Ulrich Hartmann

Ministerpräsident Horst Seehofer schickte als Schirmherr der Veranstaltung seinen Staatssekretär Herrn Hintersberger zum Abschiedsabend, der sich in sehr sympathischer Art wunderbar in die gesellige Runde einfügte und sie bereicherte. Seine Ansprache würdigte auf herzliche Weise die Leistungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sowie ihren schönen Fahrzeugen. Gemeinsam genossen wir ein gelungenes Dinner mit vorzüglichem Service und ließen den Abend mit der Siegerehrung ausklingen. Die Plaketten wurden jedem Team einzeln übergeben, moderiert von Ulrich Indefrey in gewohnt spritziger Manier. Theo Sprenger fasste in seiner Ansprache die Fakten der Tour zusammen: Ca. 3700 km hatten wir zurückgelegt, mit einem Schnitt von über 50 Stundenkilometern. Er dankte abschließend allen für ihren Beitrag zum guten Gelingen dieser großen Veranstaltung und überreichte zahlreiche Sonderpreise. Mit Applaus wurde nicht gespart, besonders für unsere jüngste Teilmehmerin Caro aus HH, die mit der Großmutter Christel Rumrich im 2002 Cabrio unterwegs war. Sie trug tatsächlich, wenn auch mit wohlwollendem „Souffleuseeinlagen“ aus dem Publikum, den Herrn Ribbeck auf Ribbeck vor. Chapeau!

ABREISE / Samstag 23.6.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und nach dem Frühstück ging es für alle heimwärts.

Text: Theo Sprenger, Titelbild: Joachim Sticksel


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