Paradores-Tour Galizizen
Eine Reise ans „Ende der Welt“

Paradores Reise 2016

Am Sonntag, den 4. 9. 2016 trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise am Startort in La Seu D`Urgell in Spanien, nahe bei Andorra gelegen. Immerhin 16 Teams hatten sich nicht gescheut, die langen Hin- und Rückfahrten nach Spanien auf sich zu nehmen, oder darüber hinaus noch, diese als willkommene Ergänzung der Reise zu betrachten. Chapeau! Durchaus eine sehr sportliche Haltung, standen doch 10 Tagesetappen mit häufig mehr als 300 km und insgesamt rund 3500 km, alleine für die Rundfahrt in Spanien an. Sechs Fahrzeuge fuhren im Konvoi bereits ab Deutschland in drei Etappen durch Frankreich zum Treffen. Andere organisierten die Fahrten individuell oder auch in kleinen Gruppen. Alle erreichten wohlbehalten und pünktlich den Startort, wo es entsprechend ein großes Hallo gab. Schon bei der Begrüßungsveranstaltung im schönen Patio des Parador war die Stimmung bestens und alle freuten sich auf das „spanische Abenteuer“ und beim ersten Dinner war die freudige Erwartung fast mit den Händen greifbar.

1. ETAPPE / La Seu - Sos del Rey Catolico / Montag 5.9.

  • wohverdiente Pause...

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • ...auf dem Martkplatz von Ainsa

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Bereits die Pyrenäenetappe hatte es mit 390 km in sich. Da musste man schon auf dem Gas bleiben, aber dennoch war die Fahrt durch das herrliche Panorama über viele Passstraßen mit unzähligen Kehren und wunderbaren Ausblicken ein Genuss. Das Wetter war prächtig und alle kamen zum ersten Mittagessen auf dem historischen Marktplatz von Ainsa vergnügt zum ersten Mittagsimbiss zusammen. Dann hieß es wieder Platz nehmen und ab durch die Mitte. Am Nachmittag erreichten wir den Parador Fernando de Aragon in Sos del Rey Catolico und es war trotz des „Marathons“ noch genügend Zeit, vor dem Abendessen durch die schönen Gassen des historisch bedeutenden Ortes zu schlendern.

2. ETAPPE / Sos del Rey - Limpias / Dienstag 6.9.

  • durch die Pyrenäen

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • Schlemmen beim nächsten Päuschen

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Weiter nach Westen. Die Pyrenäen hatten wir im Rücken und die Landschaft wurde sanfter. Die Sonne lachte vom Himmel, die Cabrio Fahrer hatten die zweite Garnitur Wäsche bereits am Mittag durchgeschwitzt, aber dieses Fahrvergügen! Nach ca. der Hälfte der Strecke war im Tourenbuch ein Abstecher nach Bilbao aufgeführt, wo alle, die das Guggenheim Museum in Bilbao besuchen wollten, die Strecke verlassen konnten. Die anderen fuhren weiter und fanden alsbald ein nettes Gasthaus, wo man gemütlich im Freien sitzen und sich stärken konnte. Im Parador Palacio de Egulior in Limpias wurde die Barterrasse geentert und für flüssige Erfrischungen gesorgt.

3. ETAPPE / Limpias - Leon / Mittwoch 7.6.

  • beeindruckendes Panorama

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Mit ca. 340 km war die 300er Marke zum zweiten Mal „geknackt“ Und was für eine Abwechslung. Von Stopps an der Küste des Atlantik, bis zu hohen Pässen auf der Strecke nach Leon war alles geboten. Die Costa Verda erreichten wir, bei wiederum bestem Wetter, in dem pittoresken Städtchen San Vicente mit herrlichen Ausblicken auf das Meer. Die Weiterfahrt führte durch die traumhafte Kulisse der Picos de Europa. Bis auf freilaufende Kühe wenig Verkehr auf guten Straßen. Nach der langen Abfahrt aus dem Gebirge nahmen wir Kurs auf Leon und erreichten den Parador Hostal San Marcos, ein Palast hinter seiner monumentalen Fassade. Heute konnten wir es ruhig angehen lassen, stand doch die erste Verschnaufpause mit einem freien Tag in Leon auf dem Programm.

Freier Tag in Leon / Donnerstag 8.6.

  • Kurs auf Leon

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • in der Kathedrale von Leon

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Der freie Tag in Leon schenkte uns Ruhe und Gelegenheit, die historische Altstadt, die berühmte Kathedrale und die „Casa Espana“ von Gaudi zu besuchen und auch an Tapa Bars zum heute individuellen Dinner herrschte wahrlich kein Mangel.

4. Etappe / Leon - Santiago de Compostela / Freitag 9.6.

  • Stadtführung

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Wieder standen mehr als 300 km an. Breits an der Ausfallstraße in Richtung „Endziel“ des berühmten Jacobsweges, kamen die Pilger, die anders als wir „auf Schusters Rappen“ unterwegs waren, bei hochsommerlichen Touren ordentlich in´s Schwitzen. Der Camino de Santiago steigt dann noch einmal kräftig an und bescherte uns eine Etappe durch eine wunderschöne Bergwelt Galiziens. Wir erreichten den Parador Santiago, ein ehemaliges Pilgerhospiz und ebenfalls beeindruckender Palast, der mit der Kathedrale das Zentrum der Stadt bildet. Entsprechend groß war der Andrang. Wir mussten uns die letzen Meter regelrecht durch die Menschenmenge pflügen, natürlich mit der notwendigen Behutsamkeit und Rücksichtnahme auf die Fußgänger. Das Parkieren in der engen Garage war nicht einfach und erforderte Geduld, aber schließlich waren die Fahrzeuge gut und sicher untergebracht. Vor dem Abendessen folgten wir einer geführten Besichtigung des Viertels rund um die Kathedrale und im Parador selbst erfuhren wir einiges zu seiner wechselhaften Geschichte. Das Dinner gab es heute im rustikalen Restaurant „Bodega“ mit reichlich Tinto zum Nachspülen des abwechslungsreichen Menus.

5. ETAPPE / Santiago - Baionao / Samstag 10.6.

  • in Santiago de Compostela

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • in der Markthalle

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Bei der kürzesten Etappe der Reise war Navigieren gefragt. Mehrere Varianten waren anhand der Kartenscans möglich. Für alle, die den Vormittag noch in Santiago bleiben wollten, die schnelle Route über die Autobahn oder für andere ein Stück noch bis zum Atlantik am Ende der Welt und ein Abschnitt an der Küste entlang. Im festungsartigen Parador Conde de Gondomar waren wir zur „Halbzeit“ an dem Wendepunkt unserer Reise angelangt. Zeit für eine zweite Auszeit mit einem Ruhetag in Baiona. Am Abend war für uns das zum Parador gehörige Restaurant mit unverstelltem Blick auf die Bucht reserviert. Die Abendstimmung über dem Atlantik mit den zahlreichen Lichtpunkten der Laternen und Lichter der Häuser entlang der Küste, brachte das gute Dinner auf eine ganz besonders schöne Art und Weise zur Geltung.

Freier Tag in Baiona / Sonntag 11.6.

  • "das Ende der Welt"

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • an der Grenze nach Portugal

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Zu Beginn des Tages war die Bucht in Nebel getaucht, den die Sonne nur mit einiger Zeit vertreiben konnte. Alle die eine Ausfahrt zur portugiesischen Grenze unternahmen, konnten es kaum glauben, als der Atlantik sich nach der Überquerung des Rio Minho in bestem Sommerwetter präsentierte. Das hatte sich gelohnt. Aber nach der Rückkehr am Nachmittag hatte es auch die Sonne in Baiona geschafft und so verbrachten wir einen vergnüglichen Abend in einer der Tapa Bars des Städtchens wieder im Freien.

6. Etappe / Baiona - Puebla de Sanabria / Montag 12.6.

  • der Stier von Salas

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • Fußgänger haben Vorrang

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

350 km führte die nächste Etappe dann zurück in Richtung Osten. Einige folgten dem Hinweis, die Strecke durch den Norden Portugals in Eigenregie zu fahren. Die anderen nahmen die Tourenbuchstrecke unter die Räder, die durch die Schlucht Gargantas del Sil mit grandiosen Ausblicken hinunter auf den gewundenen Flusslauf des Rio Sil führte. Im Parador Puebla de Sanabria waren wir am Abend zum Dinner alle wieder vereint und genossen die gemütliche Runde, wo es viel zu erzählen gab.

7. ETAPPE / Puebla - Lerma / Dienstag 13.6.

  • Landidyll

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • der Parador von Lerma

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Die Meseta Kastiliens ist nicht nur bekannt für seine endlose Weite und das atmosphärische Erlebnis von Ruhe und Gelassenheit, sondern man muss auch immer, aufgrund seiner Hochlage, mit dem Wetter rechnen. Und so war es auch heute. Dem Erlebnis dieser endlosen Weise tat das keinen nennenswerten Abbruch, aber es war empfindlich kalt. So waren wir froh, uns nach unserer Ankunft im Parador Palacio Ducal unter der Dusche aufwärmen zu können oder im wunderschönen Patio des Hauses einen heißen Kaffee zu trinken. Viele unternahmen noch einen Bummel durch die kleine Ortschaft, bevor am Abend das Dinner anstand.

8. ETAPPE / Lerma - Olite / Mittwoch 14.6.

  • durch die einsame Bergwelt

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • Zeit für das Picknick

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Das Wetter blieb weiter kühl und launisch. Trotzdem genossen wir die schönen Strecken durch die einsamen Berglandschaften, wo Geier und andere Greifvögeln zu beobachten waren. Danach kamen wir in die berühmten Weinanbaugebiete Rioja und Navarra. Da passte es natürlich bestens, dass Angelika an diesem Tag Geburtstag hatte und den Tinto beim Abendessen zur Feier ihres Tages übernahm. Im Parador Principe Deviana gab es also ein weiteres Dinner in bester Stimmung. Im Ort fand ein großes Fest statt und so konnten die Nachtschwärmer sich noch unter das ausgelassene Volk mischen. Musik und Tanz wo immer man einkehrte. Es war eine tolle Stimmung und besonders vergnüglich war, dass wir uns nicht gescheut haben, bis in die frühen Morgenstunden ordentlich das Tanzbein zu schwingen.

9. ETAPPE / Olite - Cardona / Donnerstag 15.6.

  • auf der längsten Etappe

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Auch wenn es für den einen oder anderen später geworden war: Die sogenannte „Königsetappe“ mit 420 km lag vor uns, daran war nicht zu rütteln. Glücklicherweise hatte sich das Wetter stabilisiert, aber hochsommerliche Temperaturen, wie in der ersten Woche, wurden nicht erreicht. Es standen wieder einige Pässe im Tourenbuch. Kein Platz für Langeweile. Aber auch sehr gut ausgebaute Strecken sorgten für einen guten Schnitt, sodass am Nachmittag Cardona nicht allzu spät in Sicht kam. Der Parador Duques de Cardona, eine wuchtigen Festung, wartet mit einem der schönsten Speiseräume in dem Historischen Saal mit einem Kreuzgratgewölbe auf und bot den angemessenen Rahmen für das stilvolle Abendessen.

10. ETAPPE / Cardona - Aiguablava / Freitag 16.6.

  • Blick auf Cardona

    Foto von Angelika/Theo Sprenger
  • das Ziel am Mittelmeer

    Foto von Angelika/Theo Sprenger

Die letzte Etappe mit 230 km konnten wir bei „unserem Lauf“ auf „einer Backe“ absitzen, hätte man meinen können. Aber die Fahrt durch den Naturpark „Montseny“ bescherte uns im ersten Teil ein ebenso reiches Kurvenlabyrinth, wie die schmale Küstenstraße entlang des Mittelmeeres mit grandiosen Ausblicken auf das Mittelmeer weit unten. Der moderne Parador Aiguablava liegt traumhaft auf einer Felsnase über der Bucht und ist malerisch vom Meer umgeben. Leider zeigte sich das Service Personal bereits schon am Nachmittag hoffnungslos unterbesetzt und auch zum Dinner wurde es nicht wirklich besser. Und das alles nach ausführlichen Vorgesprächen. Auch die Paella, die uns als Spezialität des Hauses angepriesen worden war, hat diese Versprechung nicht halten können. Ein kleiner „Wermutstropfen“ im Kelch der ansonsten guten Erinnerungen. Und bei der sportlichen Haltung in der Freundesrunde lautete das Fazit: Schön war das „Abenteuer Spanien“. Und so fand auch der letzte Tag mit der Ausgabe der schönen Plaketten einen heiteren Abschluss.

ABREISE / Samstag 17.6.

Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen. Eine ordentliche Strecke lag für die meisten vor uns. Aber, auch wenn es schon eine „olle Kamelle“ ist, das Motto konnte nur lauten: Der Weg ist das Ziel.



Text: Theo Sprenger
Titelbild: Theo Sprenger


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