10. BMW Motorrad Classics Hunsrück
SCHINDERHANNES LÄSST GRÜSSEN

Zum 10. mal mit Angelika und Theo Sprenger auf Motorradreise

Die Jubiläumsveranstaltung sollte etwas Besonderes werden und das wurde sie dann auch. Treffpunkt am Pfingstsonntag im Forellenhof in Rudolfshaus, unweit von Kirn gelegen und das darf schon jetzt gesagt werden, Familie Weckmüller und das überaus freundliche Personal wurden allen Ansprüchen gerecht.
Den Weg nach Rudolfshaus fanden 23 Motorräder, darunter acht Gespanne und 34 Personen, darunter erstaunlich viele neue Gesichter. So brachte Thomas Hahne zum ersten Male seine charmante Gattin Annette mit, wie auch Klaus M. Stahl seinen Sohn Lars. Weiterhin das Ehepaar Robert und Sabine Noack, die sich auch spontan bereit erklärten eine Gruppe zu führen, Wilfried Sauerborn, langjähriges Clubmitglied und Bernd Brinkmann aus dem hohen Norden. Wie üblich Begrüßung durch Angelika und Theo Sprenger, Bildung von drei Gruppen, wobei Norbert Vincken und Theo Sprenger auch jeweils eine Führungsrolle übernahmen.
Der Hunsrück, unser Ausgangspunkt, ist untrennbar mit dem Namen Schinderhannes verbunden. Dieser wurde 1778 als Johannes Bückler in Miehlen geboren, entwickelte sich dann zu einem der größten Räuber mit Zielgebiet Hunsrück. Mit seiner 94köpfigen Bande verübte er mindestens 211 Straftaten wie Diebstahl, Erpressung, Raub, Mord und Mordversuch. Die erste Festnahme 1799 und Gewahrsam im ausbruchsicheren Turm zu Simmern. Schon ein halbes Jahr später gelang die Flucht, erneute Festnahme 1802 und Überstellung nach Mainz. Als er im Jahre 1803 an einem Montag mit weiteren neunzehn Straftätern hingerichtet wurde, soll er gesagt haben: “Die Woche fängt schon wieder gut an”. Für uns jedenfalls ganz wunderbar.

RUNDTOUR PFALZ

  • Anreise zum Treffen

    Foto von Theo Sprenger
  • Warten auf den Start

    Foto von Wolfgang W. Cordel

Pfingstmontag, Kaiserwetter und Start in den Pfälzer Wald mit dem größten Waldgebiet Deutschlands. Über die Schmuckstadt Idar-Oberstein, Otterberg nach Kaiserslautern, mit symbolischer Gedenkminute an den 1. FCK und die verschwendeten Steuergelder. Es folgten einige Kilometer auf der Motorradrennstrecke Johanniskreuz und kurze Zeit später unsere Mittagsrast in Trippstadt. Der zweite Teil der Tour wieder über Kaiserslautern, Altenglan, Fischbach und noch zu einer Eisdiele in Kirn.

RUNDTOUR NAHE

  • ein Bisschen Spaß muss sein

    Foto von Wolfgang W. Cordel
  • Ein Bisschen Spaß muss sein.

    Foto von Theo Sprenger

Zunächst wieder viel Hunsrück, dann ein Stückchen Bockenauer Schweiz Richtung Bad Münster mit dem bekannten Roten Fels und dem herrlichen Nahetal. Odernheim und Meisenheim an der Glan folgten und wem danach war, konnte sich im Gasthaus Bierengel stärken. Die Gespanngruppe hatte sich für ein schönes Picknick entschieden. Wir genossen danach noch eine Weile die Glanregion, kamen über Idar Oberstein wieder in den Hunsrück und alsbald in den vertrauten Forellenhof. Pech hatte an diesem Tag Bernd Brinkmann, der sein Vorderrad ruinierte, was das “Aus” bedeutet hätte. Doch man hilft, wo man kann und so fuhren Bernd und ich sehr zeitig am nächsten Morgen zu mir nach Hause, wo ich an einer R 60/7 das Vorderrad ausbaute und in die R 75/7 von Bernd steckte, damit war die Sache gegessen. Pünktlich zum Frühstück zurück und Vorfreude auf die nächste Ausfahrt.

RUNDTOUR WEISEL

  • nicht ohne meinen Hund
    Foto von Theo Sprenger
  • alle mir nach…

    Foto von Wolfgang W. Cordel

Auf manchmal traumhaft guten, aber oftmals auch auf Ostblockstraßen führte der Weg über Simmern nach Koblenz zur Fähre Kaub, mit der wir die Rheinseite wechselten. Kaub, bekannt durch die 1327 erbaute Pfalz als Zollburg und die Rheinüberquerung durch Blücher in der Neujahrsnacht 1813/14 mit preußischen und russischen Truppen. Unsere Truppen verweilten kurz in Dörrscheid, um dann in Weisel das Museum von Reinhard Gaede bei Kaffee und Kuchen zu besichtigen. Eine wahrlich tolle Sammlung von BMW Motorrädern konnte hier intensiv begutachtet werden. Weiterfahrt nach Nahstätten und Erwin Loenenbach verlor an seinem R 69 S Gespann den Zündfunken. Die Lösung brachte Reinhard Gaede mit einer neuen Zündspule, doch es war so viel Zeit verstrichen, daß sich eine gewaltige Unwetterfront hatte aufbauen können. So war die Rückfahrt zum Hotel alles andere als Trocken.

RUNDTOUR SAARLAND ODER RUHETAG

  • Das Männergespann aus Hamburg

    Foto von Theo Sprenger

Der Wetterbericht verhieß für den nächsten Tag nichts Gutes, so verordnete Teamchef Theo den Ruhetag, der aber nur von wenigen genutzt wurde. So zum Beispiel von Erwin Loenenbach, der am Vorabend nicht gerade mit Freude feststellte, daß sein Seitenwagenrad im Begriff war, sich der restlichen Speichen zu entledigen. Sein Weg führte ihn zur Radspeicherei Köhler in Fachbach, wo ihm großartige Hilfe zuteil wurde. Der überwiegende Teil der Fahrer nahm dann die Rundtour Saarland schon mal in Angriff, die aber am letzten Tag noch einmal komplett gefahren wurde. Es fiel an diesem Tag natürlich kein Tropfen Regen!

RUNDTOUR MOSELTAL UND EIFEL

  • bunte Vielfalt

    Foto von Theo Sprenger

Das Moseltal sollte an dem nun folgenden Freitag unter die Räder genommen werden. Nicht für Jan Teufel, denn der Teufel hatte seine linke Zylinderkopfdichtung und den Hinterradantrieb an seinem R 51/3 Gespann undicht werden lassen. Solidarisch erklärte sich Herbert Wessely, gönnte sich und seinem Schäferhund Ruhe und schickte die Motorradfahrer bei Sonnenschein in das überlaufene Bernkastel- Kues. Wem danach war, konnte sich hier schon mal die Altstadt ansehen oder aber gleich zum Kloster Himmerod begeben, wo es einiges zu sehen gab und auch eine gute Klosterschänke auf uns wartete. Durch schöne Landschaften ging es über Hetzerath-Trittenheim zur Hunsrückhohenstraße und über Idar Oberstein wieder auf die Terrasse des Forellenhofes.

EINE LETZTE RUNDE ODER KOFFER PACKEN

  • Start zur letzten Etappe

    Foto von Theo Sprenger
  • bei der Siegerehrung
    Foto von Wolfgang W. Cordel

Alles hat ein Ende, so auch die Veranstaltungen bei Angelika und Theo. Der letzte Fahrtag, wie angekündigt, ins Saarland. Extrem heißes Wetter und der Wunsch nach Fahrtwind ließ uns schnell in die Gänge kommen. Nonnweiler – Losheim am See und Weiskirchen wurden passiert und das angefahrene Wirtshaus am Wildpark öffnete erst um 16 Uhr. Kein Grund zur Trauer, wir fanden schon noch etwas für den kleinen Hunger, und danach ging es locker über Kirchweiler, Herrstein, Bundenbach zum Hotel. Nun galt es die Motorräder zu verladen und auf den Abschlußabend vorzubereiten, der mit einem Rückblick auf zehn Jahre Motorradausfahrt eröffnet wurde. Schöne Bilder, bei denen viele Erinnerungen wieder wach wurden. Ehrung der Teilnehmer durch Angelika und Theo, insbesondere der drei Teams, die alle zehn Fahrten mitgemacht hatten, das waren Heiner und Ursula Rath, Peter und Roswitha Würz, Wolfgang W. Cordel mit Annegret. Vizepräsident Norbert Vincken fand die richtigen Worte, die dem Veranstalter und den Teilnehmern gerecht wurden, konnte aber leider den Erinnerungsteller nicht überreichen, da dieser nicht eingetroffen war. Als bewundernswert kann die Leistung von Mathies Stüdemann angesehen werden, der mit seinen 86 Jahren toll dabei war und sich mal was Junges ins Boot geholt hatte, seinen Freund Heinz Nobel, noch nicht mal achtzig Jahre alt.



Text: Wolfgang W. Cordel
Titelbild: Theo Sprenger


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